Die Lufthansa und Europas führender Touristikkonzern Tui wollen ihre Billigflug-Töchter Tuifly und Germanwings sowie den Regionalflieger Eurowings verschmelzen.
Die neue Fluggesellschaft wird mit rund 22 Millionen Passagieren einen Jahresumsatz von rund zwei Mrd. Euro erzielen und soll spätestens im Frühsommer 2009 starten. Eine entsprechende Absichtserklärung, die die Zusammenführung der Töchter in einer gemeinsamen Holding vorsieht, unterzeichneten gestern Vertreter von Lufthansa, Tui und dem Eurowings-Miteigentümer Albrecht Knauf. Es soll eine Eigentümerstruktur angestrebt werden, bei der Lufthansa und Tui jeweils 40 Prozent und Knauf 20 Prozent der Anteile halten. Die unternehmerische Leitung soll bei der Lufthansa liegen.
Mit der Gründung der neuen Gesellschaft würden Tui und die Lufthansa sich gegenseitig helfen. Die erst Anfang 2007 aus der Billigfluglinie HLX und dem Charterflieger Hapagfly hervorgegangene Tuifly hatte sich als Marke am Markt nicht durchgesetzt. Tuifly ist ein Verlustbringer im ohnehin schon angeschlagenen Touristikkonzern. Im Herbst wurden die Kapazitäten von Tuifly bereits um rund zehn Prozent gekappt, Strecken und Standorte wieder aufgegeben.
Die Deutsche Lufthansa wiederum trennt sich mit Germanwings von einer erst im Jahr 2002 gegründeten Tochter. Germanwings flog zuletzt zwar zweistellige Wachstumsraten ein, konnte die Renditeziele des Kranichkonzerns aber nicht erfüllen.
Damit könnte Lufthansa im umkämpften Deutschland- und Europaverkehr ihre Stellung gegenüber dem schärfsten deutschen Rivalen Air Berlin sowie Europas führenden Billigfluglinien Ryanair und Easyjet stärken. Die Geschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Fluggesellschaften, Tanja Wielgoß, sagte dem Handelsblatt:
“Es ist gut, dass sich die deutschen Fluggesellschaften stark aufstellen. In Europa konkurriert jeder mit jedem.”
Die geplanten Zusammenschlüsse müssen allerdings noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden.
via: Handelsblatt
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