“70 Prozent mehr Suchanfragen”

sponsor_msdas_1.gifAnfang 2007 trennte sich Microsoft von seinem deutschen Onlinevermarkter Tomorrow Focus und vermarktet seine Online-Angebote seitdem selbst. Der deutsche Ableger von Microsoft Digital Advertising Solutions kam aus dem Stand auf Platz 5 im AGOF-Vermarkterranking. In einem Interview mit Internet World Business, spricht Sales Director Markus Frank über das erste Jahr ohne Tomorrow Focus und die strategischen Pläne für das Jahr 2008.

Der Start ohne Tomorrow Focus  sei gar nicht schwergefallen, man befand sich laut Frank in der glücklichen Situation, wie ein Start-up ein völlig neues Business aufbauen zu dürfen und dabei alle Möglichkeiten zu nutzen, die ein Konzern wie Microsoft bietet.  Im ersten Jahr konnte man auch prompt ein Umsatzwachstum von weit über 125 Prozent verzeichnen.

„Wir sind jetzt schon in einer Phase, in der wir überlegen, wie wir uns über das organische Wachstum hinaus entwickeln können. Dazu steigen wir mit Facebook erstmals in die Fremdvermarktung ein und sind auch dafür offen, uns die eine oder andere weitere Plattform anzusehen.“

so Frank, und fügt hinzu

„Ich behaupte, dass wir im Moment der größte Vermarkter von Social-Network-Portalen in Deutschland sind.„

msda_1.jpgBesonders spannend sei auch die Zielgruppe, die sich hinter Facebook versteckt. Frank spricht dabei von rund 600.000 deutschen Anwendern. Diese seien älter – um die 30 Jahre –,international interessierter und Business-orientierter, die deutschen StudiVZ-Nutzer. Dies erleichtere die Vermarktung des Social-Networks ungemein. Alle Werbeflächen konnten bereits zu Anfang an rund 13 Kunden verkauft werden.

Aus Datenschutzgründen distanziere man sich aber auch zulünftig von dem heiß diskutiertem Targeting aus den Profilinformationen. Es werde lediglich ein soziodemografisches Targeting eingeführt.

2008 sehe man auch beim Live Messenger ein großes Potenzial. Das Produkt sei weltweit sehr beliebt: In Frankreich gäbe es rund 20 Millionen Menschen, die den Messenger nutzen, in England ähnlich viele. Große Konzerne wie Cisco sähen den Messenger bereits als Kommunikationsmedium Nummer eins, noch vor der E-Mail. Der Messenger-Markt habe sehr großes Entwicklungs- und Wachstumspotenzial, sowohl nutzer- als auch vermarktungsseitig. Frank erläuterte:

„Wir haben sieben Millionen aktive Nutzer, die das System in den letzten Wochen nutzten. Wir wachsen auch weiterhin sehr schnell. Seit Oktober 2005 kommen monatlich rund 200.000 neue Kunden hinzu. Im Unterschied zum populärsten Produkt ICQ habe wir außerdem um rund fünf Jahre ältere Nutzer. Im Schnitt sind sie 22 bis 23 Jahre alt. Das ist eine sehr interessante Zielgruppe für die Werbeindustrie.“

Internet World Business ging ebenfalls darauf ein, dass die Branche sich mehr Wettbewerb im Suchmaschinenmarkt wünsche. Auf die Frage warum Microsoft in diesem Bereich  keinen Fuß auf den Boden bekomme, antwortete Frank:

„Wir haben hier an mehreren Themen gleichzeitig zu arbeiten: Zum einen verbessern wir natürlich kontinuierlich die Live-Suche. Zum anderen haben wir derzeit noch Yahoo Search Marketing mit unserer Vermarktung beauftragt. Den Schritt zur Eigenvermarktung wollen wir erst gehen, wenn der Verkauf durch uns profitabler gestaltet werden kann als durch unseren jetzigen Partner. Das hängt natürlich maßgeblich vom Umsatz ab. Mit dem bestehenden Volumen von Suchanfragen sehen wir das im Moment noch nicht. Die Suchfunktion selbst verbessern wir in vier Punkten, die wir als die Basics erachten: Relevanz, Geschwindigkeit, Design und Marke. Im Moment hat Google vor allem noch die viel stärkeren Markenwerte. Wir steigern aber auch die Anzahl der Suchprodukte und deren Qualität. Wir erweitern den Index, scannen Bücher, integrieren eine Shopping-Suche und verbinden Suche und unsere Map-Anwendung. Als Marketingstrategie wird es langfristig entscheidend sein, Meinungsbildner für uns zu gewinnen. Wir gehen davon aus, dass das Rennen nur auf lange Sicht zu gewinnen ist.“

Diese Bemühungen hätten sich bereits mit einem Anstieg der Suchanfragen 2007 um knapp 70 Prozent niedergeschlagen, wobei Frank nicht außer Acht lässt, dass grundsätzlich mehr im Internet gesucht wird und auch Konkurrenten wie Google die Zahl der Anfragen steigern konnten.

via: Internetworld