Aufeminin.com stürzt ab und Springer lässt es kalt
Europas führendes Frauenportal verliert mehr als ein Drittel seines Börsenwertes – Mutterkonzern sieht keinen Anlass für eine Kurskorrektur
Seit Veröffentlichung des Quartalsgewinns steht fest, dass Europas führender Anbieter von Webseiten für Frauen mehr als ein Drittel seines Börsenwertes eingebüßt hat. Analysten zeigen sich besonders alamiert, weil Aufeminin.com auf dem französischen Heimatmarkt sinkende Werbeerlöse verzeichnet.
Springer selbst sagt zum Absturz seiner Internettochter: „Die Reaktion der Börse ist vorhersehbar und nicht überraschend.“ Eine Konzernsprecherin ergänzt: „Die Businesspläne werde nicht geändert. Es gibt keinen Abschreibungsbedarf.“
Aufeminin.com erklärt den Verlust mit steigenden Investitionen, vor allem beim Personal habe man ordentlich dazu gewonnen, die Verstärkung soll dazu dienen das Wachstum des Frauenportals im Ausland zu begleiten. Der Verlust von acht Prozent bei den Werbeeinnahmen in Frankreich, erklärt das Unternehmen mit einem „verlangsamten Marktwachstum und zunehmenden Wettbewerb.“
2007 erzielte Aufeminin einen Umsatz von 22,5 Mill. Euro und einen Gewinn von Zinsen und Steuern von13,1 Millionen Euro. Aufeminin.com ist Marktführer in Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Spanien, Kanada und in der Schweiz. Zükünftig plant man, sich noch mehr in Mittel- und Osteuropa zu engagieren.
“Die Werbekunden wollen heute nur noch zahlen, wenn Nutzer wirklich auf die Werbung klicken.“ So erklären sich Analysten den Umsatzverlust.
Im Juni 2007 hatte der Springer-Konzern für 284 Mill. Euro die Mehrheit an dem Frauen-Webportal erworben. Das entsprach dem rund 20-fachen des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Allerdings hat sich der Kurs des Portals seit Jahresanfang mehr als halbiert.
Unternehmensinsider vermuten, dass der Berliner Springer-Konzern die Schwäche von Aufeminin.com an der Börse nutzt, um seinen Anteil weiter aufzustocken.
via: handelsblatt