BKA-Präsident fordert bessere Sicherheitsmaßnahmen beim Online-Banking
Weil mit einer Zunahme des Phishings um rund 40 Prozent gerechnet wird und auch Drive-by-infections sich auf dem Vormarsch befinden, ruft Jörg Ziercke zu technischen Verbesserungen auf.
Das BKA erwartet für 2010 rund 40 Prozent Phishing-Angriffe als im vergangenen Jahr. Grund genug Banken und Sparkassen darauf hinzuweisen, dass der elektronische Zahlungsverkehr besser geschützt werden muss. Generell scheint man in 2010 mit mehr Internetkriminalität zu rechnen. Im vergangenen Jahr kam es zu 38.000 registrierten Delikten.
Ziercke erklärt dazu:
“Derzeit existieren mindestens drei Trojaner-Familien, die speziell auf den deutschen Bankenverkehr ausgerichtet sind.“
Solche Spähprogramme seien auch durchaus in der Lage das beim Online-Banking häufig genutzte iTan-Verfahren anzugreifen.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich den Kriminellen immer neue Varianten bieten Schadsoftware unter die Leute zu bringen. Trojaner und Viren müssen nicht mehr zwingend per Mail auf den Rechner gelangen. Häufig laden sich Nutzer beim Besuch einer vermeidlich harmlosen Website die Schadprogramme herunter. Diese sogenannten „Drive-by-Infections“ nehmen rasant zu und machen mittlerweile zwei Drittel aller Trojaner aus.
Der Aufruf des BKA-Präsidenten hat also Hand und Fuß, denn Sicherheit gibt es im Normalfall nicht zum Nulltarif. Ziercke betont weiter, dass es hier für die Nutzer um das Vertrauen zum Internet im Gesamten gehe, was seine Aussage deutlich bestärken dürfte, dass die Verbesserungen der Sicherheit eine gute Zukunftsinvestition sei.