CitizendiumIm Interview mit Axel Postinett vom Handelsblatt äußerte er sich über sein neues Projekt, wie für Zuverlässigkeit in den Beiträgen gesorgt werden wird und warum man Wissen künftig nur noch mit einem guten Grund für sich behalten kann.

Larry Sanger war Mitbegründer von Wikipedia. Doch als es um die weitere Ausrichtung des Online-Lexikons ging, überwarfen sich Sanger und sein Partner Jimmy Wales. Daraufhin gründete er nun das neue Projekt Citizendium bei dem Experten für die nötige Qualität in den Beiträgen sorgen sollen.

Das neue an Citizendium ist, dass alle Artikel vor der finalen Freigabe geprüft und durch Experten verifiziert werden müssen. Außerdem können Autoren nur unter ihrem richtigen Namen am Projekt teilnehmen. Künftig sollen dann Experten einzelne Projektseiten betreuen. Damit allerdings keine Probleme auftreten, dürfen auch die Experten die normalen Autoren nur aus triftigen Gründen verbessern. Deshalb wurde ein Zwei-Augen-Prinzip eingeführt, wonach zwei Editoren sich jeweils gegenseitig kontrollieren.

Grundsätzliche Befruchtung für sein Projekt erhofft sich Sänger von Experten, Professoren und Hochschulen. Diese seien auch aus der eigenen Berufspraxis heraus an Teamarbeit gewöhnt. Daher ist Sanger davon überzeugt, ein zitierfähiges Nachschlagewerk etwa für Universitäten und Schulen zu schaffen. Sind Artikel final abgeschlossen, soll ein Diskussionsforum eingerichtet werden, um Stillstand in den Themengebieten zu verhindern.

Unternehmen prophezeit Sanger außerdem eine Wntwicklung hin zu kollaborativem Wissensaustausch. Er ist davon überzeugt, mit Projekten wie Citizendium lassen sich erhebliche Kosten einsparen, die ansonsten für die Wissensbeschaffung verloren gehen. Davor werde sich in Zukunft kein Unternehmen der Welt mehr verschließen können. Nur patentierfähige Ideen sieht Sanger auch nach wie vor als internes Wissen an, dass niemand mit anderen teilen wird. Alles andere senkt die Kosten für jeden Einzelnen, weswegen er sagt:

“Um Informationen für sich zu behalten, wird man einen echt guten Grund haben müssen.”