Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt, dass sich die klassischen Online-Nachrichten-Magazine immer stärker an den Portalen orinetieren müssen, um beim Kampf um Werbeeinnahmen nicht abgehängt zu werden.

Die großen Medienverlage befinden sich im Umbruch. Die Erlöse aus dem meist klassischen Printgeschäft sind schon vor einigen Jahren soweit zurückgegangen, dass eine Orientierung in den Online-Bereich unumgänglich war. Aber auch da taten sich die Verlage schwer, funktionierende Erlösmodelle für die eigenen Inhalte zu schaffen. Am Ende blieb nur noch die Werbefinanzierung. Da sowohl die Print- als auch die Onlineangebote sehr stark von diesen Einnahmen abhängig sind, beeinflusst dies auch die Qualität der Inhalte.

Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von den beiden Autoren Steffen Range (”Die Welt”) und Roland Schweins (”Handelsblatt”) zeigt, dass immer mehr Onlineangebote der Verlage inzwischen Portalen wie T-Online und Yahoo nacheifern. Diese Portale besitzen mit ihrer Mischung aus seichten Informationen und viel Unterhaltung sehr große Marktanteile und sind dementsprechend bei den Werbetreibenden sehr beliebt. Problematisch ist in diesem Punkt auch die im Online-Werbemarkt immer noch vorherrschende starke Betonung von Klickraten. So ist es nicht überraschend, dass auf einer Liste des Online Vermarkterkreis (OVK) der Spiegel, als erstes Nachrichtenmagazin erst auf dem 13. Platz auftaucht.

Die Verlage reagieren mit einer Anpassung der eigenen Inhalte: Seichte Themen, Promis und unzählige Bildergalerien und Gewinnspiele.

Daraus Leiten die Studienautoren u.a. folgende Thesen ab:

  • die Angebote von Portale ziehen mehr Nutzer an als News-Seiten oder traditionelle Medien
  • Reichweitenmessungen basieren häufig auf Klickraten; daher werden Tools, Show, Rätsel und Fotos für de Erzielung von Werbeumsätzen immer wichtiger.

Die Zukunft muss jetzt zeigen, ob sich der Qualitätsjournalismus in Zukunft dem Zepter des (Online)-Geldes unterwerfen muss. Grundsätzlich ist es aber auch so, dass qualitative Informationen refinanzierbar sein müssen.
via: Internet World Business

PDFStudie: Klicks, Quoten, Reizwörter: Nachrichten-Sites im Internet (von Steffen Range und Roland Schweins)