Deutschland führt die Weltrangliste im eCommerce an

Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 637 Milliarden Euro im eCommerce umgesetzt. In 2009 wird mit einem Zuwachs von rund 90 Millionen Euro gerechnet. Damit setzt sich Deutschland in Europa an die Spitze, auch beim Pro-Kopf-Umsatz weltweit wird die Rangliste von Deutschland angeführt. In einer Studie wurden nun die Markttreiber ermittelt.

Im Jahr 2008 betrug der weltweite E-Commerce-Umsatz nach einem Wachstum von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr 7,4 Billionen Euro. Deutschland war 2008 mit einem Umsatz von 637 Milliarden Euro die Nummer Eins im E-Commerce in Europa. Dies entspricht einem Marktanteil an den weltweiten E-Commerce-Umsätzen von 8,6 Prozent. Prognosen zufolge wird Deutschland 2010 einen E-Commerce-Umsatz in Höhe von 816 Milliarden Euro generieren. Im Handel zwischen Unternehmen und Endverbrauchern, dem B2C-E-Commerce, wurden im Jahr 2008 weltweit 760 Milliarden Euro umgesetzt. Das sind rund zehn Prozent der weltweiten E-Commerce-Umsätze. Dies sind die zentralen Ergebnisse der Messung der ‘ePerformance’ des IKT-Standortes Deutschland im europäischen Vergleich von TNS Infratest.

Deutschland kann sich im Jahr 2008 mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 913 Euro sogar als Weltmarktführer vor den USA (906 Euro) und vor Großbritannien (737 Euro) sowie Japan (681 Euro) platzieren. Weltweit wurden 113 Euro pro Kopf für B2C-E-Commerce ausgegeben. Experten gehen davon aus, dass der deutsche B2C-E-Commerce-Umsatz bis 2012 auf mindestens 1.444 Euro pro Einwohner zulegen wird. Mit 75 Milliarden Euro hält Deutschland am weltweiten B2C-E-Commerce einen Anteil von knapp zehn Prozent. Der Marktanteil Deutschlands beträgt bei insgesamt 244 Milliarden Euro Umsatz in Westeuropa 31 Prozent. Bis 2010 sollen sich die deutschen B2C-E-Commerce-Umsätze auf 145 Milliarden Euro verdoppeln. 6,7 Billionen Euro und damit 90 Prozent der weltweiten E-Commerce-Umsätze entfallen auf den Handel zwischen Unternehmen. Mit 562 Milliarden Euro Umsatz erreicht Deutschland hier einen weltweiten Marktanteil von 8,4 Prozent, in Westeuropa von 31 Prozent.

Diese positiven Entwicklungen führen die Studienautoren auf folgende Gründe zurück:

  • größere Preistransparenz im Internet
  • günstigere Vertriebskosten sorgen trotz Wirtschaftskrise für weiteres Wachstum
  • der Online-Handel steigt zu einem der wichtigsten Vertriebskanäle auf, insbesondere bei gestiegener Preissensibilität der Verbraucher
  • die Beteiligung der Kunden an der Entwicklung und dem Design von Produkten und Diensten trägt zum Umsatzwachstum bei

Ferner gewinnt die emotionale Ansprache der Kunden im Netz weiter an Bedeutung. Es verändern sich die klassischen Rollen aller Beteiligten: Markenanbieter kommunizieren direkt mit Endverbrauchern, Kunden werden zu den besten Werbern für Marken. Mass Customization wird zunehmend in die Wertschöpfungsketten der Unternehmen eingebunden und bietet so Wachstumschancen.

“Treiber der kommenden Jahre sind vor allem Mobile Commerce sowie die interaktive Beteiligung der Verbraucher (Web 2.0) bei Gestaltung und Design der Produkte. E-Commerce war gestern. Social Shopping ist heute. Audience Engagement ist morgen”,

resümiert Dr. Sabine Graumann, Director Business Intelligence bei TNS Infratest. (cr)

via: iBusiness