Erste Blicke auf Google Chrome

Googles Browser Chrome steht ab sofort als Beta-Version zum Download bereit, zunächst nur für Windows, später dann auch für den Mac. Bei einer Präsentation, gestern in der Hamburger Google-Zentrale, sollte der geladenen Presse ein Eindruck von dem neuen Browser vermittelt werden. Heise berichtet:

chrome.JPGNach Angaben von Jürgen Galler, verantwortlicher Produktmanager für die EMEA-Region, nutzt Chrome als HTML-Renderer WebKit, das auch in Apples Safari seinen Dienst verrichtet. Ein Grund für die Entscheidung für das quelloffene Rendering seien gute Erfahrungen bei der Umsetzung des Smartphone-Betriebssystems Android gewesen. WebKit sei sehr schnell und für Entwickler einfach in ein neues Projekt zu integrieren. Ansonsten wurde laut Galler aber so ziemlich alles an Chrome von Grund auf neu entwickelt.

Rund zwei Jahre habe das Unternehmen an der Entwicklung des eigenen Browsers gearbeitet, inzwischen sei Chrome “schon bei Tausenden Google-Mitarbeitern im Einsatz”. Dabei legte Google eigenen Angaben zufolge großen Wert auf Performance, Stabilität und Sicherheit. So entspricht jeder Browser-Tab jetzt einem eigenen Prozess; stürzt einer ab, reißt das nicht gleich den gesamten Browser mit in den Abgrund. Auf ähnliche Weise haben jetzt auch JavaScripts in Chrome eigene Threads: lahmt eines, bremst es nicht den gesamten Browser aus.

Aufgeräumt hat Google auch die Speicherverwaltung.. Chromes Memory Manager soll verhindern, dass die Browser-Geschwindigkeit im Laufe einer Sitzung abnimmt. Der Benutzer kann sich in Chrome sogar anzeigen lassen, welche Websites und Plug-ins wie viel Speicherplatz verbrauchen und diese gegebenenfalls beenden.

Bei etlichen Details der Bedienoberfläche hat sich Google von Opera inspirieren lassen, etwa bei der Startseite. Statt eine leere Seite darzustellen, wenn der Benutzer einen neuen Tab öffnet, kann Chrome wie Opera bis zu neun Seiten für den Schnellzugriff anbieten. Darüber hinaus präsentiert die Startseite eine Auswahl von Suchmaschinen, die zuletzt angelegten Bookmarks und die zuletzt geschlossenen Tabs. Ebenso zeigt der Google-Browser Site-spezifische Bedienelemente wie die Vor- und Zurückknöpfe jetzt im jeweiligen Tab an, und wie beim norwegischen Browser kann man Tabs von einem Browserfenster in ein anderes ziehen.

Während ein Popup-Blocker unerwünschte Werbefenster unterdrückt, sollen permanent aktualisierte Filter Chrome gegen Malware und Phisher immunisieren. Sandboxing soll für zusätzliche Sicherheit sorgen: Jeder Browser-Tab läuft in einer einzelnen Sandbox ab, der Benutzer kann festlegen, welche Rechte welche Website für den Zugriff auf Browser-Ressourcen erhält.

via: Heise