Gruner + Jahr schließt weitere Zukäufe nicht aus
16.04.2008 | Kategorien: Branchen, Digital Life, MedienBernd Kundrun, seit 2000 Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr (G+J), sprach in einem Interview mit der Sueddeutschen über die Strategie und die Zukunftspläne des Verlagshauses.
Momentan bewegt sich der Markt für Investitionen in junge aufstrebende Unternehmen sehr stark, auch Kundrun’s Ansicht nacht kommen immer neue Unternehmen und Beteiligungsmöglichkeiten für strategische Investoren auf den Markt, also für solche, die langfristig denken, kompetent sind und damit Wert schaffen wollen.
Die Gefahr besteht seiner Ansicht nach darin, dass die „Blase“ bald platzen wird und dies unabsehbare Auswirkungen haben wird, mit vielen Verlierern. Gruner + Jahr sieht Kundrun dabei allerdings auf der sicheren Seite. Akquisitionen ständen bei G+J aktuell nicht im Vordergrund, seien aber mittelfristig durchaus möglich. Das Unternehmen besäße die entsprechende Finanzkraft dazu, da man sich in den letzten Jahren mit Großinvestitionen zurückgehalten habe.
Der Kauf von Internetfirmen mache für G + J zudem nur Sinn, wenn diese geeignet sind, das Kerngeschäft des Verlagshauses zu stärken und weiterzuentwickeln. Dabei setze man auf das Erreichen einer nachhaltigen Relevanz und Reichweite, nur so schaffe man wirklichen Markenwert. Konkret bedeute das laut Kundrun:
Interessanterweise sind die Auflagen von Printtiteln mit starker Onlineverzahnung wesentlich stabiler. Ich behaupte, der nachhaltige Erfolg im Mediengeschäft hängt von der Relevanz der Inhalte ab. Diese dauerhafte Relevanz erreichen wir nur, wenn der User einen Inhalt oder Service als für sich sinnvoll erachtet und diesen immer wieder nachfragt.
Dies sei auch einer der Gründe, warum man weiterhin in die Inhalte investieren wolle.
Durch hochsummierte Zukäufe im Internetbereich von Konkurrenten wie Axel Springer, Holtzbrinck oder Rupert Murdoch ließe man sich nicht beirren. Kundrun ist überzeugt davon mit der eigenen Strategie nachhaltigen Erfolg zu haben.
Das komplette Interview: Sueddeutsche



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