Junge Wähler würden gerne online wählen

Eine Umfrage vom BITKOM und Forsa hat ergeben, dass das Web für mehr als ein Drittel der jungen Wähler das Informationsmedium Nummer eins ist.

Bei den Wahlberechtigten zwischen 18 und 29 Jahren liegt das Internet klar in Front als Quelle für die politische Information: Nach einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikatiuon und neue Medien, BITKOM , durchgeführt hat, nutzen 77 Prozent das Internet als Informationsquelle Nummer eins. Fernsehen folgt in dieser Gruppe mit 61 Prozent, persönliche Gespräche mit 56 Prozent und Tageszeitungen werden von 54 Prozent als Hauptinformationsquelle genannt.

In der Gesamtbevölkerung kehrt sich die Präferenz um: Hier steht das Fernsehen an erster Stelle, gefolgt von Tageszeitungen, Radio und persönlichen Gesprächen. Das Internet wird hier erst an fünfter Stelle genannt.

Wer sich im Netz über Politik informiert, macht dies mehrheitlich über die Nachrichtenseiten der klassischen Medien: 81 Prozent nutzen die Online-Angebote von Zeitungen, Magazinen oder TV-Sendern. Jeder Dritte informiert sich auf den Seiten der politischen Parteien. Von den 18- bis 29Jährigen surfen sogar 55 Prozent die Webseiten der Parteien direkt an.

Eigene Partizipation am politischen Entscheidungsprozess liegt bei den Befragten hoch im Kurs: Von allen Beteiligten wollen 40 Prozent direkt an politischen Entscheidungen mitwirken, bei den Jüngeren sind es sogar 46 Prozent. Wobei hier die Parteipräferenzen stark ins Gewicht fallen: Die Anhänger der Grünen liegen mit 58 Prozent weit vorne bei den Partizipationswünschen. Dagegen bilden die Anhänger der Unionsparteien mit 34 Prozent das Schlusslicht der Skala. Besonders stark ist der Beteiligungswunsch bei allen Befragten auf kommunaler Ebene.

Ein weiteres Ergebnis der BITKOM-Studie: Fast die Hälfte der Bevölkerung (47 Prozent) würde bei Wahlen ihre Stimme über das Internet abgeben. Unter den Jungen befürworten sogar 57 Prozent Online-Wahlen. Laut BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer würde eine Mobilisierung der Wähler

“durch Online-Wahlen deutlich erleichtert”.

Die niedrige Wahlbeteiligung bei der letzten Europawahl hätte demnach deutlich durch Internet-Stimmabgabe gesteigert werden können. Die Studie geht von einer Wahlbeteiligung von 54 Prozent gegenüber den tatsächlichen 43 Prozent aus.

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Juni 2009 im Auftrag des BITKOM 1005 Personen ab 18 Jahren repräsentativ telefonisch befragt.

Inwieweit das Internet tatsächlich wahlentscheidend sein wird, bleibt aber abzuwarten. Ob zum Beispiel tatsächlich die Piratenpartei mit großem Abstand vor den etablierten Parteien landet, wie derzeit bei der Sonntagsfrage von StudiVZ/MeinVZ, muss bezweifelt werden. ( fb )

via: iBusiness