Microsoft: Wie lässt sich der mobile Internetzugang verbessern?
Microsofts Forscher versuchten durch die Beobachtung des Verhaltens der mobilen Internetnutzer herauszufinden, wie sich der mobile Internetzugang verbessern lässt.
Forscher von Microsoft sind der Meinung, dass die Effizienz, Leistung und Akkulaufzeit bei der mobilen Internetnutzung steigerbar ist. Somit haben sie 42 Probanden mit einer Software ausgestattet, welche den Netzwerkverkehr der Geräte analysiert. Die Ergebnisse wurden in dem „A First Look at Traffic on Smartphones“ Aufsatz veröffentlicht. Das Finden von Probanden sei schwierig gewesen, jedoch würden die 43 Probanden ausreichen, um erste Ergebnisse zu ziehen.
Den größten Teil des Traffics nimmt die E-Mail Nutzung und das Surfen im Internet in Anspruch. Vor allem viele kleine Daten werden übertragen. Fast die Hälfte des Traffics basiert auf verschlüsselten Protokollen wie IMAP4S und HTTPS, dies bedeutet, dass der Portokoll-Overhead deutliche Verzögerungen verursacht, da dies bei verschlüsselten Verbindungen noch deutlicher ausfällt.
TCP-Übertragungen führen im Vergleich zu einem hohen Paketverlust. Dies führt dazu, dass die Pakete erneut versendet werden und dadurch die mobile Verbindung verlangsamt wird. 3,3 Prozent der Pakete im Downstream und 3,7 Prozent im Upstream mussten wiederholt übertragen werden. In Nordamerika liegt dies im Schnitt bei 0,1 Prozent und weltweit unter 1 Prozent.
Um dieses Problem zu lösen, schlagen die Forscher vor, mehrere kleine Dateien in einem Cloud-Proxy zusammenzufassen und zusammen zu übertragen, um somit den Protokoll-Overhead zu reduzieren. Um Downloads von mobilen Endgeräten zu verschnellern, soll der Socket-Buffer auf der Serverseite vergrößert werden. Dies wird schon von Opera bei Opera Mini und Opera Turbo genutzt.
Ein weiteres Problem sei die Stromsparfunktion der 3G-Modems, da sich nach einer gewissen Zeit der Inaktivität der Schlafzustand einschaltet um den Akku zu schonen. Die Forscher sind der Ansicht, dass das Einschalten dieser Funktion viel zu lange dauert. 17 Sekunden wird mit dem Einschalten der Schlaffunktion gewartet, dabei würde bei 95 Prozent der Nutzer auch 4,5 Sekunden reichen.
Die Leistungsaufnahme der 3G-Modems lasse sich laut der Forscher um 60 Prozent reduzieren, wenn man von vornherein wüsste, wann das nächste Paket ausgetauscht wird. Dies sei praktisch allerdings nicht machbar. Jedoch könne man durch die Reduzierung auf den genannten Zeitraum von 4,5 Sekunden schon eine Senkung der Leistungsaufnahme von 35 Prozent erreichen. Da das Modem rund ein Drittel der Gesamtleistungsaufnahme eines Smartphones ausmacht, sind somit 35 Prozent schon recht viel.