MySpace startet “Hyper-Targeting”
19.09.2007 | Kategorien: Digital Life, Online-Marketing, Web 2.0, Web-ControllingNach sechsmonatiger Testphase wird MySpace ab sofort damit beginnen die auf der Seite eingebundene Werbung für jeden einzelnen der 110 Mio. Nutzer persönlich anzupassen.
Dieser Schritt sei bereits seit der Übernahme durch Rupert Murdochs News Corp geplant und vorbereitet worden.
Peter Levinsohn, Präsident des MySpace-Eigentümers Fox Interactive Media zeigt sich begeistert. Personalisierte Werbung erhöhe laut Analysten die Chance auf einen Kontakt mit dem Nutzer um durchschnittlich 80 Prozent.
“Wir sind mir einer unglaublichen Menge an Informationen über die Vorlieben, Abneigungen und Leidenschaften unserer Nutzer gesegnet. Wir haben die Möglichkeit ein völlig neues Werbemuster anzubieten.”
Datenschützer hingegen sind äusserst besorgt über diesen ersten Schritt in die Entwicklung zum „gläsernen Nutzer“
“Das Problem ist, dass durch personalisierte Werbung sehr gezielt manipuliert werden kann und die meisten Menschen sich darüber nicht im Klaren sind. Die Frage, die man sich stellen muss, ist, wie frei man seinen eigenen Informationsfluss steuern möchte”,
so Christian Leitner von der Datenschutzorganisation quintessenz.
Bei MySpace ist man der Überzeugung, dass diese ist die entscheidende Weiterentwicklung des Geschäftsmodells mit den neuen Werbeangeboten für ein monatliches Umsatzplus von 40 Mio. Dollar sorgen könnte. Mit dem neuen System durchsucht MySpace die Profile der Nutzer nach bestimmten Schlagwörtern, nach denen die User zunächst in eine von zehn Kategorien eingeteilt werden. Den zweiten Schritt bezeichnet der Community-Gigant als “Hyper Targeting”. Gruppen die den bisherigen Einstufungen Sport, Mode, Finanzen, Videospiele, Autos oder Gesundheit unterliegen, werden in hunderte weitere Unterabteilungen gegliedert.
In Folge möchte MySpace die zusätzlich Information über die Nutzer, die auf jeweilige Anzeigen reagieren seinen Werbekunden anbieten. So soll erreicht werden, dass die Werbenden mehr über ihre Zielgruppen erfahren als zuvor. Datenschützer mit dieser Zielsetzung ebenfalls nicht einverstanden. Im Vergleich zu personalisierten Produktinformationen, die Nutzer per Newsletter erhalten, sei eine Überwachung, ein direktes Ansprechen sowie eine daraus resultierende, unterbewusste Manipulation von Nutzern etwas völlig anderes, das nicht tragbar sei.
via: Pressetext



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