Neues Marketing-Tool erkennt Satzinhalte

Ganz sicher ob es sich bei dem neuen Marketing-Tool um eine Kuriosität oder etwas Nützliches handelt, kann man sich nicht sein. Fakt ist, dass es in der Lage sein soll, Satzinhalte zu erkennen und Gespräche auszuwerten.

Wohl kein Entscheider aus dem Marketing hat Zeit genug, sich den Inhalt von Online-Communities stundenlang selbst durchzulesen, um die Vorlieben seiner Zielgruppe auszukundschaften; Personal ist zudem teuer. Das Programm „TopicIntentions“, das vom Unternehmen OpenAmplify entwickelt wurde, soll helfen auf Webseiten Inhalte und diskutierte Themen zu erkennen. Dazu werden Konversationen gescannt, Sätze und Satzteile auseinander genommen, einzeln analysiert und mit integrierten Definitionen abgeglichen. Am Ende soll der Werbetreibende ein detailliertes Bild davon erhalten, worüber Kunden, beispielsweise im Forum eines eMarketplace, diskutieren. Interessant ist dabei momentan der Aspekt der freien Güter: Bestimmte Dinge, die soziale Netzwerke kostenlos anbieten – in erster Linie Austausch, Kommunikation und Information – braucht ein Anbieter gar nicht erst gegen Entgelt feil zu bieten.

Doch schon wird Kritik an diesem Tool laut. Abgesehen von den juristischen Implikationen, wird jenseits des Atlantiks schon debattiert, ob die von „TopicIntentions“ analysierten Gespräche überhaupt genug Relevanz für ein empirisches Meinungsbild der Verbraucher haben. Was im Internet gesagt werde, sei häufig nicht wörtlich oder überhaupt nicht gemeint, räumen Kritiker ein. So komme es äußerst häufig vor, dass Produkte auf Seiten diskutiert werden, doch die Anwender noch gar keine wirkliche Kaufabsicht haben und letzten Endes vielleicht ein ganz anderes Produkt, oder – volkswirtschaftlich gesehen noch schlimmer – gar nichts kaufen. Wichtig sei also vor allem die Implementierung von semantischen Auswertungsverfahren, die nicht nur anhand der Worte funktionieren, sondern sinnvolle Zusammenhänge erkennen.

via: Ecin