Studie: Interaktive Prozesse erobern den Einzelhandel

Biometrische Zahlungssysteme, holographische Verkäufer und RFID-Technologie;
Interaktive Prozesse und Services werden in der Zukunft nicht nur das Internet, sondern auch den Einzelhandel erobern. So zu mindest die Ergebnisse der TNS Infratest Studie ‘New Future In Store‘.

60 Prozent der weltweit befragten Verbraucher können sich vorstellen, dass sie bis zum Jahr 2015 mit dem Fingerabdruck ihre Einkäufe bezahlen können. Akzeptieren würden eine biometrische Zahlungsabwicklungen jedoch nur elf Prozent der Deutschen. Die aufgeschlosseneren Briten zeigen mit 31 Prozent die größte Akzeptanz auf. Diese Methode wäre zudem auch stets nur auf regionaler und lokaler Ebene anwendbar, da bundesweite Fingerabdruckdateien mit dem geltenden Datenschutzrecht nicht vereinbar sind.

Doch eine ebenso hochtechnische Alternative bildet die Entwicklung der RFID-Technologie. Sobald RFID-Transponder auch auf Produktebene, also auf jeder Verpackung, zum Standard geworden sind, würden Payment-Systeme wie das Bezahlen per Fingerabdruck überflüssig werden. Beispiele dafür gibt es bereits in Pilotprojekten großer Einzelhandelsketten.

Die Warenhauskette Galeria Kaufhof testet in einem solchen Projekt seit September 2007 interaktive Umkleidekabinen, Spiegel und Warentische auf der Basis von RFID. Bestimmte Kleidungsstücke in den Testfilialen sind mit RFID-Etiketten ausgestattet, die dem Kunden im Spiegel der Umkleidekabine zusätzliche Produktinformationen und sogar Cross-Selling-Empfehlungen anzeigen. Die interaktiven Warentische zeigen den Kunden automatisch an in welchen Größen und Farben die Produkte noch auf dem Tisch verfügbar sind.

Das kommt den Erwartungen der Käufer entgegen, denn laut Studie würden sich 73 Prozent der Befragten beispielsweise Umkleidekabinen, in denen der Kunde über interaktive Touchscreens mit dem Verkaufspersonal kommunizieren kann wünschen.

Ulrich Spaan von den Handelsberatern der EHI Retail Institute GmbH, betont im Hinblick auf diese Innovationen neben der Tatsache, dass erst jetzt die ersten Pilotprojekte gestartet worden sind, so dass mit einem flächendeckenden Roll-out interaktiver Technologien erst in acht oder zehn Jahren gerechnet werden kann, ebenfalls die hohe Rolle der Akzeptanz der Verbraucher für diese Technologien

“2015 werden biometric Payment, 3D-Körperscanner oder intelligente Kühlschränke technisch machbar sein, aber das bedeutet noch nicht, dass sich diese Technologien auch wirklich im breiten Markt durchsetzten werden.”

pdficon_large.gifUm einen Überblick über die kommenden Trends und deren Akzeptanz zu erhalten, kann eine Zusammenfassung der Studie kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

via: iBusiness