Studie: Soziale Medien sind Meinungsmacher

Zunehmend beherrschen Communities, Blogs oder Shopping-Websites die Kaufentscheidungen von Konsumenten. Der Einfluss klassischer Medien nimmt gleichzeitig ab.

Eine von der PR-Agentur Ketchum in Zusammenarbeit mit dem Annenberg Strategic PR Center der University of Southern California durchgeführte Studie hat ergeben, dass Verbraucher ihre Kaufentscheidungen immer häufiger auf Basis von Informationen aus dem Internet treffen. Besonders soziale Medien gewinnen dabei zunehmend an Einfluss. Mit klassischen Massenmedien verhält es sich der Erhebung zufolge genau umgekehrt: Ihre Einflussnahme geht mehr und mehr zurück. Die Studie erscheint bereits im dritten Jahr in Folge.

Verglichen mit dem ersten Beobachtungsjahr 2006 fällt dabei in erster Linie die wachsende Bedeutung von Shopping-Portalen auf: Zum einen hat sich deren Nutzung bis heute mehr als verdoppelt, zum anderen entwickeln sie sich mit der zunehmenden Integration von Web 2.0-Fuktionalitäten zusehends zu Plattformen zu Information und Meinungsaustausch zwischen Konsumenten. 44 Prozent der Nutzer lesen mit Interesse die Rezensionen und Kommentare anderer Konsumenten. Zudem besuchen 24 Prozent zu diesem Zweck Blogs, 26 Prozent konsultieren soziale Netzwerke auf der Suche nach Produktinformationen und zum Erfahrungsaustausch. In beiden Fällen bedeutet dies ebenfalls eine Steigerung von über 100 Prozent seit 2006.

Die Informationsbeschaffung per Suchmaschine blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum nahezu unverändert auf dem hohen Niveau von 60 Prozent. Das Fernsehen hingegen verlor konstant an Überzeugungskraft. Während sich im Jahr 2006 noch 71 Prozent auf große TV-Netzwerke verließen, beträgt der Anteil heute nur noch 65 Prozent. Die Bedeutung lokaler Fernsehstationen verringerte sich sogar um zwölf Punkte auf nun 62 Prozent. Damit ist das Fernsehen zwar weiterhin das einflussreichste Werbeinstrument; sollte sich der Trend hin zur Informationsbeschaffung im Web erwartungsgemäß fortsetzen, dürfte diese Rolle jedoch schon bald dem Internet vorbehalten sein.

via: Ecin