Studie: Szenarien zur Entwicklung des Mobile-Commerce
Welches Potenzial im Mobile-Commerce-Markt steckt und welche marktspezifischen Hürden für ein starkes Wachstum zu überwinden sind, wurde von der Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company untersucht. Smartphones – vor allem das iPhone – treiben den Durchbruch des mobilen Internets massiv voran. Somit auch Dienste wie Mobile-Shopping.
Wenn sich Mobile-Shopping etablieren sollte, könnte man im Jahre 2014 ein Marktvolumen von 1,8 Milliarden Euro erreichen. So prognostiziert es die Münchner Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company. Um dieses Ziel zu erreichen, skizziert das Unternehmen drei Wachstumsszenarien, die Mobile-Commerce in den kommenden fünf (5) Jahren durchlaufen könnte:
- Eine schleppende Entwicklung ist bei geringer Akzeptanz unter Konsumenten zu erwarten, womit nur indirektes Wachstum durch Treiber, wie den steigenden Smartphone-Anteil und insgesamt wachsenden Handy-Markt, stattfinden würde: Von den für 2014 prognostizierten 25 Millionen Smartphone-Besitzern würden nur fünf (5) Millionen von Mobile-Shopping Gebrauch machen. Bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 60 Euro pro Jahr und Nutzer ergäbe sich damit ein Marktvolumen von 300 Millionen Euro.
- Sollte Mobile-Shopping auch über die Gruppe der Early Adopters hinaus Akzeptanz finden, was sich beispielsweise durch die Verbesserung der Sicherheit mobiler Transaktionen erreichen ließe, so ergibt sich ein fundamental anderes Bild. Denn wenn 50% aller Smartphone-Besitzer in fünf Jahren auch Mobile-Shopping nutzt und jährlich je 70 Euro umsetzt, erreicht das Umsatzvolumen mit 920 Millionen Euro schon 3% des für 2014 prognostizierten Umsatzvolumens des gesamten B2C-eCommerce.
- Als dritte Option lässt sich die Etablierung von Mobile-Shopping als Zukunftsmarkt ansehen, was die Akzeptanz und Nutzung der Technologie durch eine große und breit gefächerte Gruppe von Smartphone-Besitzern voraussetzt. Wird die Vermarktung von Mobile-Shopping-Anwendungen aktiv und mit Breitenwirkung vorangetrieben, könnten 80%, also 20 Millionen der Smartphone-Besitzer zu Mobile-Shopping-Nutzern werden. Das könnte sich in durchschnittlichen Jahresumsätzen von 90 Millionen Euro pro Nutzer niederschlagen, die dem deutschen Mobile-Commerce-Markt im Jahr 2014 ein Marktvolumen von 1,8 Milliarden Euro bescheren würden.
Damit für Mobile-Commerce tatsächlich ein Markt entsteht, gilt es zunächst die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Die reine Übertragung bestehender Geschäftsmodelle à la Amazon und Ebay auf das Smartphone sind keine Lösungen. Denn die mobile Situation unterscheidet sich fundamental vom stationären eCommerce. Das heißt, neue Use-Cases müssen entwickelt werden, um die Nutzungserlebnisse der mobilen Situation anzupassen.
Smartphones ermöglichen mit entsprechender Ausstattung zwar mobile Anwendungen, aber für manche Services wie Mobile-Ticketing und Point-of-Sale-Integration ist die NFC-Technologie (Near Field Communication) Voraussetzung. Eine Initiative von Banken, Einzelhandel, Mobilfunk-Providern und Handy-Herstellern zur Einführung von NFC-Payment könnte in Deutschland dem Wachstum von Mobile-Shopping eine neue Dimension verleihen.
via: iBusiness