Artikel, die mit "zensur" getaggt sind:

Diese Kategorie abonnieren

Google wechselt nach Hong Kong

Der Konflikt zwischen den chinesischen Behörden und Google hat in den gestrigen Abendstunden seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Die Seite Google.cn leitet nun auf die Google Suche von Google.com.hk weiter, die zu Hong Kong gehört.

Durch diesen Schritt kann Google den juristischen Forderungen Chinas entgehen, da es in Zukunft nicht leicht sein wird die Google-Suche zu indizieren. Mitte 1997 wurde die ehemalige britische Kolonie Hong Kong an China übergeben, seither genießt die Region eine Sonderstellung. Diese Sonderstellung erlaubt es Hong Kong unzensierte Internet-Zugriffe zu erlauben.

Im unternehmenseigenen Blog von Google wurde der Redirect von Google.cn auf Google.com.hk als legal betitelt. Ein Behördensprecher Chinas hingegen bezeichnete den Schritt als unerhörtes Verhalten.

“Wir möchten noch einmal klarstellen, dass all diese Entscheidungen von unseren Führungskräften in den Vereinigten Staaten getroffen und umgesetzt wurden und keiner unserer chinesischen Angestellten dafür verantwortlich gemacht werden kann oder soll.” Sagt Vize-Präsident und Chef-Justiziar David Drummond.



Googles zieht sich aus China zurück

Seit gestern scheint der Rückzug des Suchmaschinenriesen beschlossene Sache zu sein. Ein Verkauf oder eine Minderheitsbeteiligung als Alternative seien nicht geplant.

Google besitzt bereits ausgearbeitete Pläne für die Schließung seiner Suchmaschinengeschäfte in China. Die britische Financial Times sieht den Rückzug bereits bei „99,9 Prozentiger“ Sicherheit. Dabei beruft sich die Times auf eine unternehmensnahe Quelle. Google habe nicht weiter vor, sich den Zensurmaßnahmen Chinas hinzugeben, somit käme auch kein Verkauf des Suchmaschinengeschäfts oder ein Rückzug auf eine Minderheitsbeteiligung in Frage.

Man würde sich jedoch noch die Zeit nehmen, die in China beschäftigten Mitarbeiter vor Vergeltungsmaßnahmen der chinesischen Regierung zu schützen. Zusätzlich möchte man versuchen, andere von der Zensur unabhängige Geschäftsbereiche weiterzubetreiben. Darunter fallen unter anderem eine Forschungsabteilung für die Internetsuche, sowie ein Sales-Büro, das sich mit Werbung chinesischer Unternehmen auf den ausländischen Google-Seiten beschäftigt.

Der chinesische Minister für Industrie und Informationstechnologie, Li Yizhong, hatte am gestrigen Tag Google davor gewarnt, sich gegen die Zensurbestimmungen Chinas zu stellen. Der Suchmaschinenbetreiber müsse bei Weiterbetrieben seiner Unternehmenstochter die chinesischen Gesetze akzeptieren und befolgen. Ansonsten drohten Konsequenzen, die nicht genauer ausgeführt wurden. Der in den USA ansässige Konzern habe seit 2007 (Markteintritt in China) ganze 30 Prozent des Suchmaschinenanteils in China übernommen

Google wurde im Januar 2010 Opfer mehrerer Angriffe auf seine Infrastruktur in China. Die Angriffe kamen auch aus China und richteten sich gegen einige Google-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten und den Quellcode der Suchtechnologie. Der Suchmaschinenanbieter hatte daraufhin die Schließung seiner Geschäfte in China in Betracht gezogen. Zusätzlich wollte man nicht länger die Zensurauflagen der Regierung in Kauf nehmen. So manipulierte Google seit 2007 die Suchanfragen seiner Nutzer, so dass man Anstelle von unerwünschten Informationen Regierungspropaganda angezeigt bekommt.



Twitter will mit Hacks die iranischen und chinesischen Zensuren austricksen

Da sich der Mikroblogging-Dienst nicht mit den Vorgaben der iranischen und chinesischen Machthaber zufrieden geben will, setzt Twitter-Chef Evan Williams aufs Hacking und will somit die Zensurmaßnahmen umgehen.

Twitter entwickelt momentan ein eigenes Hack, um die Zensuren von Regierungen gegen den Blogging-Dienst zu umgehen.

“Wir werden in China und auch im Iran teilweise blockiert. Der effektivste Weg dies zu bekämpfen ist aber nicht der Versuch, sich mit China und anderen Regierungen zu arrangieren, deren ganzes Wesen sich gegen das richtet, was wir repräsentieren” sagte Williams.

Twitter sei im Vorteil, da es als soziales Netzwerk mit den verschiedenen Zugangsformen nicht so leicht gesperrt werden kann wie einzelne Webseiten. So lässt sich Twitter über Browser-Plugins, Widgets und Mobiltelefone problemlos abrufen und nutzen.

“Twitter ist ein Netzwerk, auf das über tausende verschiedene Arten zugegriffen werden kann.”

Nähere Informationen über die technischen Hintergründe wollte Williams nicht nennen, um die Gegenwehr gering zu halten.