Verlockende Angebote von ZDF und ARD
Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender wollen mit deutschen Verlagshäusern kooperieren und ihnen kostenlos Inhalte für deren Web-Angebote liefern.
Die ARD hat derartige Verhandlungen mit einem ungenannten großen deutschen Verlagshaus bereits bestätigt. SWR und ZDF boten den Verlagen als erstes ihnen Beiträge kostenlos zu liefern, nachdem sich private Fernsehkonzerne, sowie die Verleger selbst zunächst gegen die Offerte gewehrt hatten. Nach Veröffentlichung der neuen Angebote meldeten bereits WAZ, sowie Burda Interesse an, Axel Springer zeigt sich indes zurückhaltend un definiert sich als Beobachter.
Parallel zu diesen Verhandlungen diskutiert man derzeit generell über die Aufgaben und Grenzen von ARD und ZDF, im Rahmen des neuen Rundfunkstaatsvertrags, der ab 2009 gelten soll. Die EU-Kommission fordert in diesem Zusammenhang unter anderem den Auftrag von ARD und ZDF genauer zu definieren.
Trotz der Gefahr man könne die Zusammenarbeit mit der Begründung, die Verlage könnten von verdeckten Beihilfen der Sendeanstalten profitieren unterbinden, sieht die ARD bisher keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Es handele sich aktuell schließlich lediglich um ein Angebot.
Durch die staatliche Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen verzerre eine derartige Kooperation möglicherweise den Wettbewerb und benachteilige private Konkurrenten. Würden ARD und ZDF ihre Beiträge verkaufen, stelle sich außerdem die Frage nach dem Recht auf Gebührenfinanzierung.
via: Financial Times Deutschland
Außerdem schreibt die W&V über die Beweggründe des ZDF