Warum gehen Offliner nicht ins Netz?

Ganze 67,1 Prozent der Deutschen sind online aktiv, aber wer sind die verbleibenden 32,9 Prozent und weshalb gehen sie nicht ins Netz? Mit derartigen Fragen hat sich die Offlinerstudie von ARD und ZDF Beschäftigt.

Aus der ARD/ ZDF Offlinerstudie 2007-2009 geht hervor, dass fast ein Drittel (32,9 Prozent) der deutschen Bevölkerung online abgschnitten ist, also keinen Internetanschluss hat. Besonders groß ist der Offliner-Anteil bei den über 60-jährigen Frauen: Auch 2009 nutzt mit 72,9 Prozent die große Mehrheit der ab 60-Jährigen kein Internet. Hochgerechnet sind dies 14 Millionen Personen. Außerdem hat die Untersuchung ergeben, dass zwischen berufstätigen Menschen und Internet ein direkter Zusammenhang besteht. So liegt der Offlineranteil unter den Nicht-Berufstätigen 2009 bei knapp zwei Drittel in dieser Gruppe.

Allerdings haben mittlerweile die meisten Offliner eine Vorstellung vom Internet. Nur 5,9 Prozent von ihnen haben erklärt, dass sie überhaupt keine Vorstellung vom Web haben. Das Kennenlernen des Internets und seine Nutzung im Beruf bauen vor allem bei den älteren Generationen Nutzungsbarrieren erkennbar ab und erleichtern dadurch die (spätere) private Nutzung, schlußfolgern die Studienautoren.

Charakteristische Unterschiede in der Internetdurchdringung gibt es auch unter der Perspektive der Medien-Nutzer-Typologie. Rund die Hälfte der Offliner lässt sich als ‘Zurückgezogene’ und als ‘Häusliche’ beschreiben.

Viele der heutigen Offliner haben sich durchaus mit den Vor- und Nachteilen des Internets auseinandergesetzt. Wenn sich immer noch mehr als 20 Millionen Deutsche gegen das Internet entscheiden, dann liegt das auch daran, dass ihnen die Informations- und Unterhaltungsangebote der traditionellen Medien wie Fernsehen, Radio und Print vollkommen ausreichen. 93 Prozent der Offliner signalisieren hier eine hohe Zufriedenheit. Weitere relevante Argumente sind, dass sie das Internet weder beruflich noch privat brauchen (83 Prozent) und dass sie weder Lust noch Zeit haben, sich mit dem Internet zu beschäftigen (79 Prozent) und dass sie ihr Geld lieber für andere Anschaffungen ausgeben (77 Prozent).

Viele Offliner sehen den Angaben zufolge außerdem Gefahren im Zusammenhang mit dem Internet. 85 Prozent fürchten, das Internet könne ‘wie eine Sucht sein’. 72 Prozent finden das Web riskant, weil es zur Verbreitung pornografischer Inhalte genutzt werde. 71 Prozent glauben, dass sich Fremde über das Internet Zugang zu persönlichen Daten verschaffen, die sie nichts angehen.

Für die Studie wurden 1806 Personen ab 14 Jahren befragt – 1212 Internetnutzer und 594 Offliner. ( SUR )

via: iBusiness