Web 2.0 Startup für Familien
26.03.2007 | Kategorien: Start-Ups
Junges Internet Startup nutzt die Blogosphäre, um Buzz zu erzeugen - Social Familiennetzwerk soll entstehen.
Unter dem Arbeitstitel paulsmama.de firmiert im Moment ein junges deutsches Web 2.0 Startup, das einen neuen Namen sucht. Auf dem Blog können Namensvorschläge dafür gemacht werden. Der Name, der von der Community am Ende ausgewählt wird, beschert dem Erfinder 1000 Euro.
Gesucht wird dabei ein Name mit Bezug zum Thema Familie, der international verwendbar ist und dessen Domain frei, bzw. günstig zu erwerben ist.
Was auf den ersten Blick ein wenig merkwürdig anmutet, ist die Gründungsphase eines jungen Unternehmens. Die Gründerin Nina-Julia Kunath hat in ihrem Mann Jens Kunath ihren ersten Investor gefunden. Ein weiteres Unternehmenen, das im Moment noch nicht genannt wird, hat sich außerdem beteiligt, um das Anfangsinvestitionsvolumen von 100.000 bereit zu stellen.
Hintergrund
Die Gründerin, Nina-Julia Kunath, ist selbst Mutter eines 6-Monate alten Kindes. Während der Schwangerschaft und jetzt als Mutter hat sie sich im Internet auf die Suche nach Menschen bzw. Frauen in der gleichen Situation begeben. Da es jedoch kein entsprechendes Portal bzw. Webseite in Deutschland gab, hat die Unternehmensgründerin entschieden, solch ein Familiennetzwerk selbst zu gründen.
Zur Zielsetzung des neuen Netzwerkes äußert sie sich auf ihrer Webseite wie folgt:
Dieses Familiennetzwerk wird ein Platz sein, wo sich die ganze Familie einfinden kann. Die Omas können die aktuellen Fotos und Videos der Enkel sehen und der Nutzer kann auch den Kontakt zu seinen Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen halten. Ein Platz der die Familie im Internet verbindet. Mittels dieses Networks soll auch der Kontakt zu Freunden gepflegt werden können. Und wenn die Kleinen dann das richtige Alter erreicht haben, können sie sich selbst eine erste Homepage einrichten und mit ihren Freunden kommunizieren. An einem sicheren Ort im Internet, wo die Eltern keine Angst um ihre Kinder haben müssen.



Erst ruft Jens Kunath, gegen den wegen seiner letzten Geschäftsmodelle laut Stern (Websites mit Geld-weg-Garantie?) wegen Betruges ermittelt wurde, in seinem Blog Gründer dazu auf, im interessante Konzepte für soziale Netzwerke im Bereich Familie zu senden und dann macht er mit seiner Frau, die natürlich ganz alleine die Idee hatte, selbst ein solches Netzwerk in dem er als Investor auftritt auf. Für mich wirkt das wenig seriös und riecht doch sehr stark nach Ideenklau. Schade für alle Gründer mit eigenen Ideen, dass sich die Nachricht von der Namenssuche so unkritisch in der Bloggosphäre verbreitet hat.
Der Link zum entsprechenden Beitrag im Stern
http://www.stern.de/computer-technik/internet/?id=527771
Blogkommunikation ist Multiplikatorkommunikation. Ein Blogger nimmt eine Story auf, andere Blogger tragen diese weiter. Das kann sowohl positive als auch negative Effekte für das entsprechende Angebot mit sich bringen.
Der Fall paulsmama.de zeigt eindrucksvoll, welche Effekte in der Internetkommunikation und spezial in der Blogkommunikation vorherrschen.
Jens Kunath hat für sein Projekt (respektive das seiner Frau) bewusst Aufmerksamkeit erzeugt und damit sein Ziel erreicht. Nun zeigt sich aber die Geschwindigkeit und Effizienz der Blog-Vernetzung. In diesem Zusammenhang ist der Stern-Artikel sehr interessant. Sollten sich ihre (@Ursula) Vorwürfe bzgl. des Ideenklaus bestätigen, dürften sich demnächst einige Leute melden, deren Ideen von Jens Kunath “übernommen” wurden. Dabei besteht die Gefahr, dass sich der positive Hype für sein neues Projekt relativ schnell ins Gegenteil verkehrt und ihm der Wind aus der Blogosphäre eisig ins Gesicht weht.
@Ursula: Von daher können wir von Selbstbereinigungseffekten ausgehen, die, wie in ihrem Fall, weitere Aspekte zu einer Story hinzufügen. Im Endeffekt werden nur die Angebote langfristig Unterstützung in der Community erhalten, die nicht in irgendeiner Form mit einem Malus belegt sind.
Von Interesse wäre es für die Blogosphäre, wie auch Robert Basic schreibt, wenn sie sich dazu äußern würden, in welchen Verhältnis sie zu Jens Kunath stehen.
@Ursula: Ich finde Ihre Verschwörungstheorie schon sehr interessant. Zu Ihrer Information: Ich habe mit keinem Gründer gesprochen, der mir ein solches Konzept vorgestellt hat und ich habe auch keinen Businessplan im Bereich Familien erhalten. Der Vorwurf des Ideenklaus ist damit haltlos. Im übrigen habe ich nicht das Problem, dass ich Ideen klauen müsste. Ich habe im Moment mehr eigene Businesspläne in der Schublade, als ich dafür geeignete Gründer finden kann.
Es wäre hilfreich, wenn Sie mir mitteilen würden, welches Problem Sie mit mir haben. Und das bevor Sie anonym alle Blogs vollschreiben. Völlig veraltete Artikel hervorzukramen um damit meine Reputation zu beschädigen lässt darauf schließen, dass Sie mir schaden möchten.
Herr Kunath: Grundsätzlich richtig was sie sagen. Aber mussten Sie mit dem Wissen um diesen Artikel (der ja sehr prominent bei Google platziert ist) nicht damit rechnen, dass sie mit den dort in Verbindung mit ihrem Namen gemachten Vorwürfen konfrontiert werden würden.
Sie haben bewusst die Potentiale des Mediums Blog genutzt. Dass dies immer die Gefahr in sich birgt “nach hinten los zu gehen” mussten Ihnen mit Ihrer Erfahrung doch klar sein.
Künftig kann man sich bei http://www.yasni.de alle Infos zu einer Person, die im Netz stehen zentral und übersichtlich anzeigen lassen. Eine tagCloud hebt dann automatisch die am häufigsten vorkommenden Begriffe vor.
Dann kann herr Kunath auch an zentraler Stelle sein Image gerade rücken und Insider ihr Wissen preis geben.